Karben.
Feiern am Ort der Kameradschaft, an dem auch die Helfer ein Zuhause haben, das erlebte Petterweil am vergangenen Sonntag rund um das neue Feuerwehrhaus. Am Montag zog die Wehr mit 41 Feuerwehrleuten und den Fahrzeugen in das neue Domizil um (diese Zeitung berichtete). 52 Einsatzkräfte plus Kinder- und Jugendfeuerwehr sind nun im Neubaugebiet „Auf den Fuchslöchern“ an der Straße An der Feuerwehr vereint.
Und weil mit Kameradschaft vieles einfacher funktioniert, haben die Feuerwehrleute aus Karben Mitte und Burgholzhausen ihre Nachbarn beim großen Einweihungsfest unterstützt, um die Gäste mit Speisen und Getränken zu versorgen.
Nicht nur das neue Gebäude zog die Blicke auf sich, sondern auch neue Ausrüstung: Drei Fahrzeuge und ein 60.000 Euro teurer mobiler Notstromanhänger mit Lichtmast sind während der Einweihung an die ehrenamtlichen Einsatzkräfte übergeben worden. Neu sind ein Einsatzleitwagen (Anschaffungskosten: 270.000 Euro), ein Hilfeleistungsfahrzeug plus Beladung (560.000 Euro) und ein Löschfahrzeug für Katastrophenschutz. Letzteres wurde vom Land bezuschusst. Die Stadt finanzierte 150.000 Euro.
Im ersten Quartal 2027 wird noch ein neues Mannschaftstransportfahrzeug im Wert angeschafft, dafür sind 100.000 Euro veranschlagt. „Innerhalb von knapp vier Jahren haben wir alles neu bekommen“, sagt Stadtbrandinspektor Hartmut Töpfer. Die Übergabe der Schlüssel für das Haus und die Fahrzeuge erfolgte zunächst an Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Diese übergaben die Schlüssel an die Wehrführung und den Stadtbrandinspektor. Bei diesem offiziellen Akt sind auch Bürgermeister Guido Rahn und die Erste Kreisbeigeordnete des Wetteraukreises, Birgit Weckler, dabei gewesen.
Das alte Feuerwehrgerätehaus aus dem Jahr 1973 war laut Töpfer nicht mehr zeitgemäß. Die Fahrzeuge hätten von den Abmessungen nicht mehr in die Hallen gepasst. Auch getrennte Umkleidekabinen für Frauen und Männer hätten am alten Standort im Ortskern keinen Platz gehabt.
„Ich freue mich sehr für die Feuerwehr“, sagt Rosemarie Schwab aus Petterweil. Ihr Mann Friedrich Schwab saß jahrelang im Stadtparlament, war im Magistrat tätig und als Erster Stadtrat aktiv. „Ich habe einen großen Teil des Werdegangs mitbekommen. Die Planung begann schon 2013. Das vorteilhafte Grundstück liegt sehr dicht an den anderen Ortsteilen“, sagt Schwab. Dirk Wirthgen findet das neue Feuerwehrgerätehaus gelungen. Auch er war Feuerwehrmann und ist heute bei der Stadtkapelle aktiv, die zur Eröffnung spielte.
Bürgermeister Guido Rahn erinnerte an die knapp dreijährige Bauzeit und das Nachbargebäude, in dem die Kita Fuchsbau mit Platz für 130 Kinder ihr Domizil hat. Erster Stadtrat Thomas Schrage lobte die Verbundenheit der Wehr mit dem Dorf. „Beim Umzug vom alten Feuerwehrhaus in das neue begleiteten die Petterweiler die Wehr zu Fuß und standen an der Straße, um das Geschehen zu verfolgen.“
Feuerwehrmann und Magistratsmitglied Marco Kittner-Meier sprach von dem Gebäude und den Fahrzeugen nicht nur als Funktionsgegenständen. Sie bildeten die Grundlage für Kameradschaft, Ausbildung und Einsatzbereitschaft sowie das enorme ehrenamtliche Engagement der Einsatzkräfte. „Es ist ein Haus, von dem Menschen aufbrechen, wenn andere in Not sind. Wenn der Alarm ertönt, geht es oft um Sekunden. Die Einsatzkräfte wissen nicht immer, welchen Gefahren sie begegnen werden“, sagt Pfarrer Christian Krüger. Er stellte die Fahrzeuge, das Haus und die Menschen unter Gottes Segen.
Bürgermeister Rahn wies darauf hin, dass 4,4 Millionen Euro in den neuen Standort der Petterweiler Feuerwehr investiert wurden. Außerdem sei die Ausstattung mit Fahrzeugen für eine Feuerwehr im Wetteraukreis einzigartig. Wehrführer Thomas Pfeiffer dankt: „Wir sind sehr glücklich über die Unterstützung seitens der Stadt, der Gremien, der Bevölkerung und des Feuerwehrvereins.“
Gemeinsam mit den Kameraden stellte er den vielen Gästen bei Rundgängen durchs Haus vor, wie die Petterweiler Feuerwehr arbeitet. In der Fahrzeughalle standen Tische, an denen die Besucher verweilten und sich stärkten. Auf dem weitläufigen Hof zogen die Fahrzeuge die Blicke auf sich und nicht nur Kinder konnten sie auch von innen erkunden.

