Kürbisverkauf auf Vertrauensbasis

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Der Kürbiswagen mit den verschiedenen Halloweenkürbissen beim Ludwigsbrunnen.

In Karben verkaufen zwei Kürbisanbauer ihre Ernte am Straßenrand. Doch Trockenheit und eine Baustelle stellen sie in diesem Jahr vor besondere Herausforderungen.

Karben

Ein Plakat am Feldrand zwischen Burg-Gräfenrode und Groß-Karben weist auf einen Kürbisverkauf am Ludwigsbrunnen in Karben hin. Dahinter stecken Kai Liewig und Jan-Mathis Schmidt, die seit fünf Jahren nebenberuflich Kürbisse anbauen und im Herbst an zwei Standorten verkaufen. Neben dem Verkaufsplatz am Ludwigsbrunnen bieten die beiden ihre Kürbisse auch am Okärber Erdbeerfeld in der Nähe des Rewe-Centers an.

Kürbisanbau als Hobby

Die beiden Landwirte kümmern sich selbst um den Anbau. Unterstützt werden sie von ihrer Familie. Die Idee der beiden sei aus dem Wunsch entstanden, ein Produkt in der Region anzubieten, was es seltener gibt. „Wir wollten etwas Besonderes in der Region verkaufen“, sagt Liewig. Über den Kürbisanbau hätten sich die beiden vor allem im Internet informiert.
Liewig und Schmidt betreiben den Kürbisanbau neben ihrem Hauptberuf als Hobby. Schmidt sagt: „Die Arbeit zusammen ist super.“ Abends zwischen 17 und 18 Uhr beginnen sie mit der Kürbisernte. Dann werden diese aufgeladen und an den Verkaufsplatz gebracht. Die Kürbisse sollen jeden Tag frisch aufgefüllt werden. Gegen 20 Uhr sind sie fertig.

Wegen der Trockenheit im diesjährigen Sommer ist die Kürbisernte geringer. Regen während der Blütenzeit der Kürbisse ist sehr wichtig, sagte Liewig. „Hagel ist nicht gut, dadurch können Kürbisse Narben bekommen“, sagt Schmidt. Auf einem Hektar haben die beiden Landwirte Anfang Mai die Kürbisse ausgesät. Über das Jahr entfernen sie regelmäßig das Unkraut. Sobald die Stiele eine hölzige Farbe haben, sind die Kürbisse für die Ernte bereit. Damit haben sie am 1. September angefangen, erzählt Liewig.

Bei der Ernte ist besondere Vorsicht gefragt. Die Kürbisse müssen sorgfältig behandelt werden, da diese sonst Dellen bekommen oder kaputtgehen. Auch die Pflege, wie das Unkraut entfernen, erfordert Handarbeit. Zusätzlich müssen die Pflanzen regelmäßig auf Blattläuse kontrolliert werden, denn diese stechen die Pflanze an und übertragen einen Virus, welcher grüne Pusteln auf den Kürbissen hinterlässt. „Dadurch würden diese äußerlich nicht ansprechend aussehen“, sagt Schmidt. Auf den 10.000 Quadratmetern wachsen verschiedene Kürbisse. Vor Halloween sind die Kürbisse zum Schnitzen sehr beliebt. „Ab dem 31. Oktober lässt das aber komplett nach“, sagt Schmidt. Speisekürbisse wie Butternut oder Hokkaido werden am Wagen besonders häufig gekauft. Auch der Spaghetti-Kürbis kommt bei den Kunden gut an. Die Kürbissorte nennt sich Spaghetti-Kürbis, weil sie sich nach dem Kochen in spaghettiähnliche Fäden ziehen lässt. Liewig sagt: „Anfangs ging der nicht so gut weg.“ „Seitdem wir ein Rezept dazugehängt haben, geht der super.“ Gerichte wie Flammkuchen, Suppen oder Kuchen mit Kürbis können die zwei Kürbisanbauer empfehlen.

Selbstständiges Bezahlen

Bezahlt werden die Kürbisse an einer selbst gebauten Kasse neben dem Kürbiswagen. Die Bezahlung erfolgt auf Vertrauensbasis. Das würde leider nur zu 70 Prozent klappen, betonte Liewig. Auch mit PayPal können Kunden seit diesem Jahr zahlen. Die Nachfrage nach Kürbissen sei gut.

Der zweite Standort am Okärber Erdbeerfeld ist aufgrund der dortigen Baustelle schwer zu erreichen. Dadurch bleibt der übliche Berufsverkehr vollständig aus. Liewig sagt: „Durch die Baustelle haben wir einen Totalausfall an dem Standort.“

Nächstes Jahr möchten sie „Mikrowellenkürbisse“ anbieten. „Das sind kleine Kürbisse, die angeschnitten werden und in der Mikrowelle nach kurzer Zeit fertig sein sollen“, erklärt Liewig. Ansonsten passen sie sich der Nachfrage an. Bis Mitte November werden die Kürbisse an ihren zwei Standorten angeboten. Die Halloween-Kürbisse sollen aber ab 31. Oktober langsam aus dem Sortiment genommen werden. Liewig sagt: „Wenn der erste Frost kommt, ist es vorbei.“


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