Rock und Wolfsgeheul an Halloween von Fischer-Z

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Das erste Lied nach der Pause sang John Watts mitten im Publikum.

Bad Vilbel.

Köln, München, Hamburg und Bad Vilbel. Es folgen Auftritte in den Niederlanden, Australien, Österreich und Frankreich. Die populäre New-Wave-Band Fischer-Z ist gerade auf weltweiter Jubiläumstour und machte am Samstagabend Station in der Vilco, der Stadthalle Bad Vilbels. Die Band wurde 1976 von John Watts gegründet. Bis heute hat er 23 Alben veröffentlicht, zwei Millionen Tonträger verkauft und mehr als 3000 Konzerte gespielt.

„Good evening, ladies and gentlemen, welcome to the anniversary show at halloween“, begrüßt John Watts das Publikum in der nicht ganz ausverkauften Vilco. Der ganz in schwarz gekleidete Musiker, der im Dezember 72 Jahre alt wird, ist gut gelaunt, humorvoll und „leitet sehr schön in seine Lieder ein“, wie eine Zuschauerin sagt. Und er kommt aus gegebenem Anlass immer wieder auf Halloween zurück, auch mit Wolfsgeheul, das das Publikum im Laufe des Abends erwidert.

Das Konzert ist ein Rückblick auf 50 Jahre Fischer-Z mit einem breiten Repertoire von rockigem New Wave. Die Bühne ist schlicht gehalten, farbige Lichteffekte beeindrucken. Das erste Lied, „Queen of Irony“, spielt er alleine auf seiner E-Gitarre, zu „Pretty Paracetamol“ kommt die vierköpfige Band dazu, zu „Wax Dolls“, „Remember Russia“ und „The Worker“ kommt Bewegung ins Publikum. Die Songs stammen vom Debütalbum „Word Salad“, das 1979 erschien. Nach „So long“ von 1980, der bisher erfolgreichsten Single von Fischer-Z, geht es mit dem neuen Song „Perfect“ aus dem jüngsten Album „X-Ray Serenade“, dessen Zeile „Oh la la la la“ das Publikum gleich beherrscht – zum ersten Mal auf dieser Tour, wie John Watts sagt –, nach einer Stunde in die Pause.

Bei „Berlin“ aus dem erfolgreichen Album „Red Skies Over Paradise“ zückt das Publikum die meisten Handys. Zum Protestsong gegen das Aufrüsten, „Cruise Missiles“ von 1981, sagt John Watts, es sei schade, dass der Song heute wieder relevant sei. Doch die Songs kommen beim Publikum noch immer gut an. Das muss sich mit dem Tanzen etwas zurückhalten, denn die Vilco ist bestuhlt, tanzen deswegen schwierig. Nachdem sich eine Frau am Rand eine kleine Fläche zum Tanzen gesucht hat, füllt die sich aber mit immer mehr Tänzerinnen und Tänzern.

Vor und während der Zugabe kommt schließlich richtig Bewegung in den großen Saal der Vilco, das Publikum steht, singt und klatscht, eine Frau fordert auf einem mit Herzchen versehenen Plakat „Room Service please“ von John Watts. Ihrem Wunsch wird entsprochen, „Room Service“ ist das erste Lied der Zugabe, gefolgt von der Fischer-Z-Hitsingle „Marliese“, ebenfalls von 1981 und vom Publikum herbeigesehnt, wie die erneut zahlreich gezückten Handys zeigen.

Mit „Further From Love“ aus dem Album „Destination Paradise“ von 1992 endet das fast zweistündige Konzert mit einem höflichen „Goodbye“ und einer Verbeugung von John Watts. Der freute sich über ein ebenso höfliches Publikum, das mit dem Abend sehr zufrieden war – mit der Performance, der Stimmung und mit der Musik aus 50 Jahren Fischer-Z.


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