Bad Vilbel.
Im März des vergangenen Jahres hat die Stadt Bad Vilbel ihr Digitalkonzept veröffentlicht. Jetzt hat Mario Migdalski, Fachdienstleiter „Digitalisierung/Smart City“, den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses präsentiert, wie die Stadt in welchen Bereichen aufgestellt ist und was in den kommenden Monaten auf der Agenda steht.
Der Vortrag des Fachdienstleiters dauerte etwas mehr als eine Stunde. In den vergangenen Monaten hat sich viel getan. Der Glasfaserausbau schreite voran, die WLAN‑Struktur werde mehr und mehr zentral verwaltet. „Alle städtischen Arbeitsplätze sind mit Notebooks ausgestattet.“ Mit dabei ist der Fachdienst auch bei Großprojekten wie der Dreifeld-Sporthalle oder den Theaterwerkstätten.
Der Fokus liege, so Migdalski, auch auf der Modernisierung und Verwaltung einer Firewallarchitektur. Mit einer modernen Bedrohungserkennung will die Stadt noch früher Zugriff erhalten. Eingeführt wurde für alle Mitarbeiter eine zentrale Passwortverwaltung. „Damit nicht am Ende doch der Zettel unter der Tastatur klebt“, sagte Migdalski. Das mobile Arbeiten sei jetzt dennoch für jeden Arbeitsplatz möglich. Dort stehe auch Microsoft 365 zur Verfügung. Und die Server? „Die Daten bleiben souverän auf einem eigenen Server. Die Datenhoheit bleibt hier im Haus.“c
Seit einiger Zeit wird auch an der Einführung der E-Akte gearbeitet. Im kommenden Jahr soll im Fachdienst Personalverwaltung ein Pilotprojekt dazu gestartet werden. „Wir wollen es schrittweise einführen.“
Die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) hingegen sei nicht so einfach, weil auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene unterschiedliche Antworten auf Fragen gegeben würden. Ziel der Stadt ist es, „möglichst nachgefragte Dienstleistungen zu digitalisieren“. Rund 150 Dienstleistungen wurden identifiziert, die die Stadt Bad Vilbel als kreisangehörige Kommune digitalisieren soll. Über ein Drittel dieser Dienstleistungen sind bereits voll- oder teildigitalisiert. Ob es die Beantragung einer Geburts- oder Eheurkunde ist, die Anmeldung des Kindes für einen Betreuungsplatz in einer Krippe oder Kita oder die Beantragung eines Bewohnerparkausweises. Wobei Migdalski offen und ehrlich betonte, dass es immer wieder „Nacharbeiten“ gebe. 43 weitere Dienstleistungen würden jetzt vor ihnen liegen. „Wir gehen den Weg der Bund-ID.“ Die Ausschussmitglieder wollten wissen, wie Bad Vilbel im Vergleich dasteht. Der Fachdienstleiter antwortete kurz und knapp: „Gut“. Kein gutes Wort hatten er und auch Erster Stadtrat Bastian Zander (CDU) für den IT‑Dienstleister „ekom21“ übrig. Immer wieder kritisierten sie die bisherige Zusammenarbeit. Mittlerweile hat die Stadt in vielen Bereichen neue Verträge mit anderen Anbietern abgeschlossen.
Die städtische Homepage, die im vergangenen Jahr komplett überarbeitet wurde, soll eine vollintegrierte KI-Lösung erhalten. „Das ist nicht der übliche Chatbot, den man kennt“, sagte Migdalski. Vielmehr solle der Nutzer Informationen über natürlich formulierte Fragen zusammengestellt bekommen, wie man das von Anbietern wie ChatGPT kenne.
Auch das Kartenbüro der Stadt soll schrittweise einen KI-Telefonassistenten bekommen. Wer aber darauf bestehe, direkt mit einem Menschen zu sprechen, könne das tun. Es gehe bei dem Assistenten mehr darum, Warteschleifen aufzufangen und einfache Fragen schnell beantworten zu können.
In der Innenstadt werden möglicherweise noch im Dezember zwei digitale Info-Stelen installiert, um Vereinen die Möglichkeit zu geben, auf Veranstaltungen hinzuweisen. Beide sind „Touch-Versionen“ und kosten mit allem Drum und Dran zusammen mehr als 100.000 Euro.

