Karben. Die Glascontainer in einigen Stadtteilen von Karben quillen derzeit über. Weil das Altglas nicht ordnungsgemäß abgefahren wird, stehen die Flaschen auf den Containern oder drum herum.
Bürgermeister Guido Rahn danach befragt, sagt bezüglich der Situation an den Altglascontainern im Karbener Stadtgebiet: „Die Stadt Karben ist für die eigentliche Altglasentsorgung nicht zuständig. Unsere Rolle beschränkt sich hierbei ausschließlich darauf, die entsprechenden Standorte im Stadtgebiet zur Verfügung zu stellen. Wir ärgern uns jedoch im Rathaus ebenso wie die Bürgerinnen und Bürger über die übervollen Standorte. Die oftmals viel zu späte Abfuhr durch die verantwortlichen Dienstleister und der Zustand, dass infolgedessen zahlreiche Flaschen vor und auf den ㈠Containern abgestellt werden, ist absolut unbefriedigend. Zusätzlich ist es ärgerlich, dass einige die Situation offenbar ausnutzen, um allen möglichen anderen Abfall rund um die Altglascontainer abzulagern. Dieser Müll gehört dort definitiv nicht hin.“ Und auf Nachfrage, ob man nicht nachhake, auch wenn man nicht zuständig sei, teilte Stadtsprecherin Desirée Stobbe mit: „Auch wenn wir nicht der zuständige Ansprechpartner sind, fragen wir jedes Mal nach. Dann wird auch im Regelfall binnen ein bis zwei Tagen abgefahren.“ Ursachen seien im Regelfall Personalausfälle beim Entsorger.
Auf Nachfrage beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises heißt es, zuständig für die in etwa 14-tägige Abfuhr des Altglases sei die dem dualen System angehörende Firma System Belland Vision mit Sitz in Pegnitz in Bayern. Auf Nachfrage dort teilte Firmensprecher Johannes Henneberger mit, man habe Beschwerden aus Karben und anderen Orten im Wetteraukreis über die mit der Leerung der Glascontainer beauftragte Firma Weisgerber aus Wächtersbach vorliegen. „Die Reklamationen sind raus“, sagte Henneberger. Auf Nachfrage nach den Gründen habe sich Weisgerber aber bislang noch nicht geäußert. Man rechne im Laufe der nächsten Woche mit einer Antwort.
Alle drei Jahre wird ausgeschrieben
Henneberger erläuterte, dass das duale System alle drei Jahre die Abfuhren neu ausschreibe. Das neueste Ausschreibungsverfahren zum 1. Januar 2027 sei beendet. Ein Wechsel des beauftragten Unternehmens könnte kommen, dazu könne man aber erst in einigen Tagen etwas berichten, wenn die Entscheidung vorliege.
Die Wetterauer sammeln eifrig Altglas. So heißt es seitens des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB): „Die Wetterauer sammeln jährlich rund 26 Kilogramm Altglas pro Einwohner, der Bundesdurchschnitt liegt unter 23 Kilogramm. Jährlich finden sich deutschlandweit 4,3 Kilogramm pro Einwohner Verpackungsgläser im Restmüll wieder, in der Wetterau hingegen sind es 2,1 Kilo.“ Durch Altglasrecycling können Rohstoffe wie Kalk, Dolomit und seltene Sande eingespart werden. Außerdem werden beim Einschmelzen von Altglas nur 1.000 Grad Celsius benötigt, während für die Produktion von neuem Glas 1.600 Grad nötig sind.
Jetzt müssen die Container allerdings auch regelmäßig geleert werden – mit dem Entsorger vereinbart sind 14 Tage –, damit die Glasflaschen nicht in der grauen Tonne oder in der freien Natur landen.

