Halbzeit, Heizstrahler und Hitzewelle

|

von:

|

Teilen ↪

In Freundschaft wie auch durch Verrat untrennbar miteinander verbunden: Jesus und Judas (Antonio Calanna, l. und Dani Spampinato). Foto: Eugen Sommer

Bad Vilbel. Jesus Christ Superstar, Die Feuerzangenbowle, Ein Sommernachtstraum, Wie im Himmel, Die kleine Hexe, Alice im Wunderland, Rico, Oscar und die Tieferschatten, Die 39 Stufen, Die Farm der Tiere. All diese Stücke haben bei den diesjährigen Burgfestspielen bereits ihre Premiere gefeiert. Mit „Nein zum Geld“ im Theaterkeller feiert das letzte Stück am heutigen Samstag seine Uraufführung. Zeit für ein Halbzeitgespräch.

102.000 Tickets bislang verkauft

Intendant Claus-Günther Kunzmann freut sich über einen guten Vorverkauf. 102.000 Karten sind bisher verkauft worden. „Wir hatten bisher 52.000 Gäste in der Wasserburg.“ Kunzmann freut diese Zahl. „Wir haben zu diesem Zeitpunkt noch nie so viele Tickets verkauft wie dieses Jahr.“ Die Stücke und der Spielplan würden gut ankommen. „Das zeigt sich, dass nach den Premierenwochenenden der Verkauf für die jeweiligen Stücke immer sehr gut weiterläuft.“ Die guten Zahlen hätten aber auch mit dem Hessentag zu tun. „Das hat mit Sicherheit einen Schub gegeben.“

Das gelte auch für die Kindervorstellungen. Zu beobachten sei ein Trend. „Rico, Oscar und die Tieferschatten“ beispielsweise sei ein Stück, das nicht „von Generation zu Generation vorgelesen wird“, sagte Kunzmann, wie Werke von Ottfried Preußler. „Deshalb lässt der Verkauf in den Ferien, wenn die Eltern mit ihren Kindern gehen, bei dem Stück etwas nach. Dafür nimmt er dann bei der kleinen Hexe zu.“

Auch die Stücke im Theaterkeller würden gut angenommen vom Publikum. „Der Vorverkauf ist sehr konstant auf einem hohen Niveau“, freut sich der Intendant.

Mützen, Schirme, Benebelungsanlagen

Zu kämpfen hatten die Verantwortlichen indes mit den klimatischen Bedingungen. Zum Probenbeginn mussten Heizstrahler her. „In der Reithalle und im alten Georg-Muth-Haus war es zu kalt“, sagt Kunzmann. Dann kam die Hitzewelle. Bei den Festspielen ist man vorbereitet. Es werden Mützen verschenkt. Beneblungsanlagen sind im Einsatz, große Schirme aufgespannt. „Wir prüfen derzeit, welche Beschattungsmaßnahmen wir in der Burg vornehmen können.“ Das sei jedoch nicht ganz einfach. „Wir können nicht einfach ein Segel spannen, weil es dann um statische Fragen bezüglich des Windes geht.“ In Planung ist eine sogenannte Seitenverschattung der Tribüne.

In den Umkleiden sowie dem Raum für die Band laufen Klimaanlage und Ventilatoren. Die Schneiderei hat extra Taschen für Kühlbeutel für die Schauspieler und Schauspielerinnen in die Kostüme genäht. Die Maßnahmen haben Wirkung gezeigt. „Das DRK hat keinen Einsatz in diesen Tagen zu verbuchen gehabt.“

Sanierung des runden Eckturmes

Bei Unwetter sei die Burg ein sicherer Ort. Kunzmann: „Ich habe sie lieber hier als im Park.“ Dort könne bei Sturm oder Unwetter am Ende auch mal ein Ast aus einem Baum brechen. „In der Burg ist es sicher und wir haben auch den Theaterkeller.“

Nach der Spielzeit steht auch die Sanierung des runden Eckturms an. „Das ist die letzte große Maßnahme der Sanierungen“, sagt Kunzmann. Vor zwei Jahren war ein Teil der Mauer eingestürzt. „Wir haben jedes Jahr Fachpersonal vor Ort, stehen im Austausch mit den Behörden.“ Die Burg wird begutachtet. „Es stehen immer Arbeiten an.“

Bürgermeister Sebastian Wysocki ergänzt, dass das aber logisch sei. „Es ist eben auch ein altes Gebäude.“ Mit der Festspielsaison ist er sehr zufrieden. „Wir haben ganz tolle Inszenierungen.“ Er bekomme viele positive Rückmeldungen. „Die Festspiele sind für viele Bad Vilbelerinnen und Bad Vilbeler so etwas wie der Urlaub vom Alltag. Sie kommen nicht nur zur Vorstellung sondern genießen das Ambiente und das Gesamterlebnis.“

Patrick Eickhoff


Themen