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Orchesterduett: Vom Eis in die Savanne

Im Konzert in der Festhalle Treysa spielten das Blasorchester Schwalmstadt und das Jugendorchester Karben auf hohen Niveua, sehr zur Begeisterung des Publikums. Foto: Privat
Im Konzert in der Festhalle Treysa spielten das Blasorchester Schwalmstadt und das Jugendorchester Karben auf hohen Niveua, sehr zur Begeisterung des Publikums. Foto: Privat

Schwalmstadt-Treysa. (pm) Ein musikalische Erlebnisreise der besonderen Art bot sich kürzlich den Zuhörern des Konzertabends »Orchester Duett« in der Treysaer Festhalle. Sie begann im eisigen Norden, ging über den amerikanischen Westen in die afrikanische Savanne und endete schließlich in England.
Eingeladen hatte das Blasorchester Schwalmstadt (BOS), das als Duettpartner das Jugendorchester Karben (JOK) zu Gast hatte. Moderator Stefan Todt hieß die Gäste aus Südhessen sowie das Schwälmer Publikum auf das Herzlichste willkommen und freute sich besonders darüber, mit dem JOK-Dirigenten Claus Carsten Behrendt auch seinen ehemaligen Posaunenlehrer begrüßen zu dürfen.
Behrendt stammt aus Treysa und hat als Zwölfjähriger im damaligen »Jugendblasorchester Schwalmstadt« seine ersten musikalischen Schritte gemacht. Nach dem Studium zog es den Musiklehrer nach Karben, wo er an der Kurt-Schumacher-Schule unter anderem das Jugendorchester »Intermezzo« leitet, das aus Schüler:innen der achten und neunten Klassen besteht, welche ihre Stücke selbst aus dem Orchester heraus moderierten.
Mit »Nordic Fanfare and Hymn« von Jacob de Haan eröffneten die Gastgeber den Abend, allerdings von ungewohnter Stelle aus, denn sie hatten die Bühne den 60 Nachwuchsmusiker:innen überlassen. Dirigentin Mailyn Knoch, die seit anderthalb Jahren den Taktstock für das BOS schwingt, entlockte dem 30-köpfigen Ensemble gleich zu Beginn Höchstleistungen. Auch die jugendlichen Gäste zeigten von Anfang an ihr Können, für »Joyant Winds«, aus der Feder von Ed Huckeby, wechselten sie spielend das Tempo. Im weiteren Verlauf brachten die beiden Orchester abwechselnd »Blue Ridge Saga«, »Arctic Challenge«, »Schmelzende Giganten« und »The cave you fear« zu Gehör. Dabei ging es jedoch nicht um einen Wettbewerb, sondern zeigte vielmehr die musikalischen Möglichkeiten der jeweiligen Gruppe.
Die Stücke erzählten oftmals Geschichten, die mal mit sanften und mal mit bombastischen Tönen daherkamen – beide Orchester brillierten dabei immer auf sehr hohem Niveau. Nach der Pause machten die Karbener einen Schulausflug zu den »Dakota«, auf die beeindruckenden Trommeln der nordamerikanischen Ureinwohner folgte der Sprung über den Atlantik zum »König der Löwen«. Ein Beatles- und ein Queen-Medley führte die Weltreisenden zurück nach Europa auf die britischen Inseln – das bekannte »We will rock you« animierte zum obligatorischen Stampfen mit den Füßen.
Auf dem Höhepunkt des Programms verschmolzen beide Orchester zur Bigband, zuerst dirigierte Claus Carsten Behrendt die 90 Instrumentalisten bei »What was I made for?« aus dem berühmten Barbie-Film, unter der Leitung von Mailyn Knoch spielten sie zum Abschluss »Forget you« von Bruno Mars. Das begeisterte Publikum honorierte die herausragenden Leistungen beider Orchester mit stehenden Ovationen und wurde als Zugabe mit »Lean on me« aus den 70ern belohnt. »Danke für diesen tollen gemeinsamen Auftritt«, sagte Moderator Stefan Todt, »ihr seid ein fantastisches Jugendorchester hinter dem eine fundierte Jugendarbeit steckt«, fügte er hinzu. »Auch wir wollen die Nachwuchsarbeit in nächster Zeit wieder forcieren, schließlich feiern wir in 2027 unser 50-jähriges Jubiläum«, warb er für den Spaß am Musizieren. Orchesterleiter Behrendt bedankte sich ebenfalls für die gelungene Kooperation und lud die Schwälmer zum Gegenbesuch nach Südhessen ein. Für die Jugendlichen endete das erlebnisreiche Probenwochenende, dass sie in den Boglerstuben auf dem Knüllköpfchen verbracht hatten, mit der Heimfahrt am Sonntagmittag.