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Millionenprojekt für Burgfestspiele

Symbolischer Spatensich am Hannelore-Elsner-Weg am Ortsrand von Dortelweil: Ende nächsten Jahres soll das Großprojekt fertig sein. Foto: Eickhoff
Symbolischer Spatensich am Hannelore-Elsner-Weg am Ortsrand von Dortelweil: Ende nächsten Jahres soll das Großprojekt fertig sein. Foto: Eickhoff

Bad Vilbel. 116 000 Zuschauer, 231 Vorstellungen, eine Auslastung von mehr als 90 Prozent. Die Bad Vilbeler Burgfestspiele sind das kulturelle Aushängeschild der Stadt. Vorige Woche fand der Spatenstich für die Theaterwerkstätten der Festspiele statt. Sie entstehen am Ortsrand von Dortelweil.
Der symbolische Spatenstich für die Theaterwerkstätten war kaum erledigt, da schaufelte der große Bagger schon die Erde von A nach B. Am Hannelore-Elsner-Weg in Dortelweil sollen in den kommenden eineinhalb Jahren die neuen Theaterwerkstätten für die Burgfestspiele entstehen. »Wir hoffen mit der Fertigstellung auf Ende nächsten Jahres«, sagte Festspiel-Intendant Claus-Günther Kunzmann. Damit wäre das Projekt, das zehn Millionen Euro kostet, für die Spielzeit 2027 nutzbar.
Von der Werkstatt
auf die Bühne

Entstehen soll auf dem 4500 Quadratmeter großen Grundstück am Rande des Stadtteils ein 80 Meter langes, 35 Meter breites und zehn Meter hohes Gebäude, das in Massivbauweise errichtet wird. Reinhard Paulun von den verantwortlichen »crep D Architekten« erklärte, dass sich im großen Komplex mit Holzfassade künftig drei Probebühnen, aber auch Fundus, Werkstätten wie Malersaal, Schreinerei, Schlosserei, Elektrowerkstatt, Requisitendepot, Techniklager oder Schneiderei, Büros, Bühnen sowie Umkleiden, Duschen und sanitäre Anlagen befinden werden.
Die Theaterwerkstätten bekommen außerdem ein Dach, das die beiden durch einen 541 Quadratmeter großen Innen- und Werkhof in der Mitte verbundenen Flügel mit Erd- und Obergeschoss abdeckt. Wie der Architekt erläuterte, beträgt die Bruttogebäudefläche 3600 Quadratmeter.
PV-Anlage
auf dem Dach

Paulun informierte weiter, dass auf dem Dach auch eine PV-Anlage angebracht werden soll. »Das Niederschlagswasser wird gesammelt und in die Erde geleitet.«
Die städtischen Verantwortlichen lobten die Zusammenarbeit mit dem Architekten. »Er hat eine hohe Empathie für den Theaterbetrieb. Es war und ist sehr angenehm, mit ihm zu arbeiten«, sagte Kunzmann. Er freut sich, dass die Arbeitsabläufe künftig deutlich einfacher sind. »Es entfallen unzählige Fahrten mit Kulissen und Co.«
Zur Wahrheit gehört: Die Burgfestspiele sind ihrem bisherigen Bestand fast entwachsen. Bühnenbildner und Schauspieler arbeiten unter schwierigen Umständen. Werkstätten und Lager sowie Probebühnen befinden sich an vier verschiedenen Standorten – verteilt über mehrere Stadtteile, an denen die Bedingungen nicht geeignet sind. Das wird sich künftig ändern. Dann kann von der Werkstatt auf die Bühne gearbeitet werden. »Das hilft wirklich sehr.« Von der rechten auf die linke Seite zu müssen, anstatt mit dem Auto durch die Innenstadt, sei deutlich einfacher. »Die Wege sind künftig viel kürzer.«
Drei Probebühnen mit 50 Zuschauerplätzen
Auf den drei Probenbühnen können jeweils bis zu 50 Personen zeitgleich arbeiten. »Eine davon deckt auch die Wege rund um die Bühne in der Burg ab.«
Bürgermeister Sebastian Wysocki dankte Paulun, aber auch Till Wegener von der Bauunternehmung »Karl Gemünden GmbH & Co. KG«, die für die Erdarbeiten und den Rohbau verantwortlich ist. Die Erde, die derzeit auf dem künftigen Areal zwischen den Stadtwerken und dem Grünschnitt-Lager im Hannelore-Elsner-Weg aufgeschüttet wird, werde nicht entsorgt, »sondern findet Verwendung beim Gartenbetriebshof«.
Möglichkeit
zum Wachsen

Ein Stück des Grundstücks werde auch als Reserve fürs Gartenamt in der Hinterhand gehalten, um die Möglichkeit zum Wachsen zu haben. »Die brauchen wir als wachsende Stadt auch.«
Über den Baubeginn der Theaterwerkstätten freute sich der Rathauschef jedenfalls sehr. »Es ist ein wichtiger Schritt für die Festspiele und die Stadt.« Von Patrick Eickhoff