
Bad Vilbel. Die Winterpause ist nun beendet. Der Kneipp-Verein und die Stadt haben deshalb zum sogenannten Anwassern der Kneipp-Anlage in den Bad Vilbeler Burgpark eingeladen.
Kneipp und der Weltwassertag gehören zusammen«, sagte Magistratsmitglied Udo Landgrebe. Und deswegen sei die Saisoneröffnung der Anlage an eben diesem Tag, dem 22. März. Er habe schon einige Kneipp-Anlagen gesehen, doch die Bad Vilbeler sei einzigartig, »nutzen Sie sie«, rief er die zahlreichen Gäste auf, die zur Eröffnung gekommen waren.
Bürgermeister Sebastian Wysocki (CDU) dankte dem Kneipp-Verein für dessen »tollen Einsatz«. Anlässlich des Anwasserns ehrte er »eine Persönlichkeit, die seit 35 Jahren unermüdlich für den Kneipp-Verein im Einsatz ist«, die zweite Vorsitzende Brigitte Fuchs, die seit 33 Jahren auch im Vorstand des Vereins wirkt. »Halleluja!«, entfuhr es ihr überrascht ob der lobenden Worte und noch ein »Halleluja!«, als ihr der Bürgermeister als Zeichen des Dankes und der Wertschätzung die Ehrennadel der Stadt Bad Vilbel in Gold überreichte. Es sei nicht selbstverständlich, dass sich Menschen für andere oder das Gemeinwohl engagierten, sagte Wysocki. Doch dieses Engagement tue unserer Gesellschaft gut.
Von Ehrung
nichts gewusst
Von der Ehrung wusste Brigitte Fuchs vorher nichts, »aber der Bürgermeister hat alles gewusst«, war sie beeindruckt, »wann ich eingetreten bin, was ich im Vorstand mache«. Die heute 84-Jährige sei damals ins Ehrenamt »hineingerutscht«, wie sie sagt. Noch heute ist sie nicht nur zweite Vorsitzende, sondern auch Schriftführerin, Wanderführerin und kümmert sich um die Mitgliederverwaltung. »Mir macht das Spaß, ich brauche die Arbeit, der Kontakt zu den Leuten tut mir gut.«
Dank erhielten auch Alexander Kasimir, Betriebsleiter Grünflächenpflege, und sein Stellvertreter Frank Hornberg samt Team, welche die Anlage fit für die Saison gemacht haben. »Drei städtische Engel in Leuchtfarben«, wie Martina Sommer vom Vorstand des Kneipp-Vereins sie bezeichnet, kümmern sich während der Saison um die Anlage. »Sie wird täglich kontrolliert, Blätter, Steine und anderes wird entfernt, einmal wöchentlich wird das Wasser abgelassen«, berichtete Hendrik Lau, einer der »Engel«. Im vergangenen Sommer bekam das Tretbecken eine neue Beschichtung, an der Algen nicht so leicht gedeihen, weswegen es nun einfacher zu reinigen ist, wie Kasimir sagt. Bevor Landgrebe und Wysocki als Erste offiziell ins Tretbecken stiegen, erhielt »Pfarrer Sebastian Kneipp« (Bernd Siersleben) das Wort. »Wasser ist ein Naturprodukt. Die Natur ist die beste Apotheke. In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist« und andere bekannte Sprüche Sebastian Kneipps rezitierte er, um mit »Ran ans Wasser!« das Becken schließlich freizugeben.
»Frisch ist es schon«, gab Landgrebe zu. »Ganz warm, Vilbeler Thermalwasser«, behauptete Wysocki. Die achtjährige Charlotte, an diesem Vormittag die jüngste Kneippianerin, fasste es im Sinne Kneipps zusammen: »Kalt und gut.« Und die Füße seien danach warm und gut durchblutet.
Kräuterbeet
und Barfußpfad
Sie ist Mitglied im Kneipp-Verein und war schon im vergangenen Sommer im Tret- und im Armbecken – ein »richtiger Kneipp-Profi« wie ihre Mutter feststellte. »Heute wäre Sebastian Kneipp ein Influencer und würde mit Youtube-Videos die Leute erreichen«, erklärte Martina Sommer. Sie freute sich, dass die Anlage, die mit Kräuterbeet und Barfußpfad auf den fünf Säulen Kneipps beruht, nach der Winterpause nun wieder geöffnet ist. Auch beim Hessentag werde sich die Kneipp-Anlage präsentieren, und zwar mit Kneipp’schen Aktivitäten, unterstützt vom »Bäder 3Eck Wetterau«, bestehend aus Bad Nauheim, Bad Salzhausen und Bad Vilbel, und vielfältigem Programm.
Von Christiane Kauer