
Bad Vilbel. 2023, im Jahr des 75-jährigen Heilsberg-Jubiläums, beschloss der Ortsbeirat parteiübergreifend, einen historischen Erinnerungspfad zu realisieren. Noch in diesem Jahr sollen bebilderte Stelen aufgestellt werden, die einen insgesamt zweistündigen Informationspfad über den gesamten Stadtteil ergeben.
In der jüngsten Heilsberger Ortsbeiratssitzung stellten der Projektbeauftragte Michael Falk von Konzeptagentur & Planungsbüro »360smart« sowie Kulturamtsleiter Claus-Günther Kunzmann den Stand des Projekts vor.
»360smart« hatte für die Stadt bereits das Naherholungs- und touristische Gesamtkonzept unter dem Markenauftritt »Viltour« mit sieben neuen Wanderwegen entwickelt. Die Fördermittel dazu erhielt die Stadt im Rahmen des anstehenden Hessentags. Die Wanderwege wurden im vergangenen Jahr an Ostern eingeweiht und werden sehr gut angenommen, wie Claus-Günther Kunzmann berichtet.
Der Themen- und Spazierweg auf dem Heilsberg werde ebenfalls mithilfe von Fördermitteln finanziert.
Inhalte für die Informationsstelen entlang des Spazierwegs lieferten die Heilsberger Peter Schöttner und Burkhard Fiebig sowie Ortsbeiratsmitglied Myriam Gellner, die sich auch beim Heilsberg-Jubiläum schon engagiert hatten. Eine »aktive, rege Gruppe«, wie Claus-Günther Kunzmann sagt. Und auch Michael Falk lobt die »traumhafte« und »herrliche Zusammenarbeit« mit den drei Ehrenamtlichen.
Der Heilsberger Geschichtspfad ist als Ergänzung zu den Wanderwegen als barrierefreier Spazierweg konzipiert für Eingesessene, neu Hinzugezogene und interessierte Ortsfremde. Er beginnt an der Bushaltestelle Alte Frankfurter Straße und führt über vier Kilometer an markanten Stellen wie der Freudenberg-Anlage, der Ernst-Reuter-Schule, der Heilig-Geist-Kirche oder dem Wenzel-Jaksch-Platz durch den Stadtteil. Elf Stelen informieren mit Bildern und Texten über die Geschichte, die Entwicklung und die Menschen auf dem Heilsberg – über »das, was das Leben damals und heute ausmacht«, wie Falk sagt.
Thematisiert werden etwa das Amselhaus, die Amisiedlung, die Jugendwerkstätten oder auch die legendäre Diskothek »Fillwood«. Symbol des Geschichtspfads ist ein Koffer, der an das Ankommen der Flüchtlinge auf dem Heilsberg nach dem Krieg erinnert. Entlang des Weges werden Bänke aufgestellt und eine »Dialoginsel« eingerichtet, wo die Menschen miteinander ins Gespräch kommen sollen, so Falk.
Keine Konkurrenz
zu Führungen
Konkurrenz zu den Stadtteilführungen, die Peter Schöttner für den Geschichtsverein anbietet, sei der Heilsberger Geschichtspfad nicht, betonte Kunzmann. Und auch nicht zu den anderen Viltour-Wanderungen »Vilbelsteig« und »Skyline-Tour«, die wie der Lutherweg zum Teil über den Heilsberg führen. Dazu werde es Querverweise auf den Stelen und zum Lutherweg eine eigene Informationstafel geben, womit das Gesamtangebot gezeigt werde.
Falk und sein Team arbeiten zurzeit auch daran, den Radweg rund um Bad Vilbel »wieder in Form zu bringen«, wie er sagt, und das Radnetz auszubauen. Ein dem Heilsberger Geschichtspfad vergleichbarer Weg sei für Massenheim angedacht, ergänzt Kunzmann. Bad Vilbel biete mit seinen Wanderwegen – die alle auch über den Routen- und Tourenplaner »Komoot« zu finden sind – und seinem Kulturprogramm ein attraktives touristisches Angebot, koordiniert vom kürzlich in der Frankfurter Straße neu eröffneten Tourismusbüro.
Denn Bad Vilbel sei einen Ausflug wert und werde schon jetzt gut besucht, wie sich insbesondere an schönen Tagen beobachten lasse.
Von Christiane Kauer