
Bad Vilbel. Bei Sonnenschein, aber frischen Temperaturen flanierten viele Menschen am Samstagnachmittag durch die Bad Vilbeler Innenstadt. Eingeladen zum »Frühlingserwachen« mit offenen Geschäften und jeder Menge Unterhaltung hatten Gewerbering und Stadtmarketing.
Die Bad Vilbeler Einkaufsmeile Frankfurter Straße wurde beim traditionellen »Frühlingserwachen« zu einem Treffpunkt für Flaneure, Genießer, Einkäufer, Musikfans und Kunstliebhaber. Eine vielbeachtete Eröffnung des Cafés, Bar und Restaurants »Am Platz« feierten Gastronom Armando Sukthi und sein Team.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Niddaplatzes rollten Mitarbeiter von »Aspect Interior Design« den roten Teppich aus. Die Spezialisten für Innenraumgestaltung feierten mit Gästen ihren zehnten Geburtstag. Zur Feier des Tages hatten sie die Firma Thonet eingeladen. Die Holzmechaniker Armin Ludwig und Danny Schutzmann zeigten in ihrer »Mobilen Biegerei«, wie aus Buchenholzstangen wie vor 170 Jahren mit Hilfe von Wasserdampf, Formen und Können der berühmte Designklassiker »Thonet-Stuhl 214« entsteht. »Jeder Stuhl besteht aus sechs Teilen und zwölf Schrauben«, informierte Armin Ludwig. Und Kollege Danny Schutzmann fügte hinzu: »An der Herstellung eines Stuhls, für das Modell 214 sind es 144 Arbeitsschritte, sind bis zu 20 Spezialisten beteiligt.« Die Besucher verfolgten das Dämpfen und in Form bringen des zeitlos eleganten »Wiener Kaffeehausstuhls« aufmerksam und stellten den Holzmechaniker viele Fragen.
Vor dem Café »WeWe« schenkte Mitarbeiterin Nathalie an der Oldtimer-Kaffee-Ente koffeinhaltige Getränkespezialitäten aus. Nostalgische Gefühle bei Automobilliebhabern rief eine schicke BMW Isetta hervor. Das Modell wurde zwar nur von 1955 bis 1962 gebaut, ist aber bis heute ein Hingucker. Vor dem Eiscafé in der Sonne sitzend, ließen sich Anissa (8) und ihre Oma die neue fruchtige Eissorte »Dragon Summer« schmecken. »Wir sind mit dem Fahrrad von Harheim nach Vilbel geradelt«, berichtete das sportliche Duo. Sie wie alle anderen Eisliebhaber freuten sich über die Sonderpreise der Eissalons zum »Frühlingserwachen«.
Jonglage
und Salti
Begeisterung besonders bei jungen Besuchern riefen die Jongleure Elias und Leo vom Theatro Artistico an der Anlage neben der Stadtschule hervor. Das Duo faszinierte mit einer aus Jonglage, Akrobatik und Artistik kombinierten Show die Zuschauer. Da flogen nicht nur Bälle und Keulen durch die Frühlingsluft, sondern es wurden zusätzlich Salti gezeigt. Das vielstimmige Kommando zum Sprung von Elias durch die Luft gaben die Zuschauer.
Wer von wärmeren Gefilden träumte, konnte sich Inspirationen in einem der Reisebüros holen. Das angesagte Outfit für jeden Geschmack gab es in den Einzelhandelsgeschäften und Boutiquen. Gesundheitsbewusste nutzten die Chance und ließen im Sanitätshaus Rosenkranz Scherer eine Pedografie durchführen. Sportwissenschaftler Frank Schädler informierte: »Die Pedografie, sprich Fußdruckmessung, liefert wichtige Erkenntnisse über lokale Überlastungen, Fehlstellungen und Druckpunkte an den Füßen.«
Ein Paradies für Schnäppchenjäger war der private Hofflohmarkt von Silke Schmidt. Hier gab es jede Menge Nützliches und Dekoratives zu entdecken wie auch nebenan in einem vom Stadtmarketing an elf Künstler und Kunsthandwerker vermittelten Ladengeschäft. Da gab es Schmuck und Dekorationen, Up-Cycling, Filzsachen, Häkeltiere und Mobiles, Babysachen und vieles mehr zu entdecken. Für den perfekten Sound zum Mitsingen, Schunkeln und Tanzen sorgten unter anderem Alleinunterhalter Neo Stefano mit internationalen Hits vor »Al Rafa«, die Band »Tribal Blue« mit Jazz, Latin, Blues, Rock und Pop, Soul bis Blues und die Band »Kreuz und Quer« mit Mundartliedern in der zum Konzertsaal umgerüsteten Metzgerei.
Erfolgreich verlaufen ist auch die Werbekampagne für die Aktion »Sing mit uns in Hessen« wie René Di Rienzo berichtete. Die Schülerinnen Neele Spitz, Marcelina Jaskowiak, Sorina Ciubotaru, Lina Born und Lotte Wilmink informierten über die ab Ostern laufende Kampagne in den sozialen Medien. Und sammelten O-Töne darüber ein, warum es »Bei uns in Hessen soooo schön ist«. Sabine Zecha sagte spontan: »Weil bei uns samstags im Waldstadion die Adler fliegen«. Und Elisa Di Rienzo sagte: »Weil ich als Rheinländerin akzeptiert wurde.« Von Christine Fauerbach