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Bierfahne flattert im Wind – Heilsberger Oktoberfest • Schutzpatron für Günther Biwer

Bad Vilbel. Nicht nur im Retten und Helfen ist die Freiwillige Feuerwehr Heilsberg vorbildlich, sondern auch in der Pflege des Brauchtums, stellte Erster Stadtrat Jörg Frank (CDU) bei der Eröffnung des Oktoberfestes im Feuerwehrhaus Heilsberg fest.

Die Tradition des Oktoberfestes habe ihre Wurzeln darin, dass früher wegen der Brandgefahr beim Sieden nur über den Winter Bier gebraut werden durfte. Deshalb musste im Oktober das „alte“ Bier weggetrunken werden. „Aber unter diesem Zwang stehen wir heute nicht. Es ist genug da“, sagte Frank und zapfte das erste Fass mit elf gezielten Schlägen an.

Dann konnte bei schönstem Spätsommerwetter offiziell angestoßen werden. Gründe dafür gab es genug. Da war die Übergabe eines neuen Laptops durch die Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Ingrid Schenk, an Jugendfeuerwehr-Chef Heiko Federlein, der das Gerät für Präsentationen, Unterricht und Koordination dringend brauchen kann. Heidrun und Bernd Bender erhielten einen Gutschein, mit dem sie ihre Modelleisenbahnanlage erweitern können. Verdient haben sie ihn sich, indem sie nach der Feuerwehr-Stele eine zweite für die Jugendfeuerwehr geschnitzt und koloriert haben.

„Bernd, komm mal aus dem Bierwagen“, forderte Wehrführer Thomas Farr den Holzkünstler auf, der zusammen mit einer Vielzahl freiwilliger Helfer die kulinarische Versorgung der Gäste übernommen hatte. Ulrich Dudda verpasste der Jugendfeuerwehr-Stele einen massiven Eisenfuß, der einen stabilen Stand garantiert.

Oktoberfest-Musikus Wolfgang Helwig aus Echzell hatte eine kurze Pause, als Christin Farr zur Feuerwehrfrau, Tobias Löser zum Feuerwehrmann sowie Christian Altheim und Daniel Humburg zu Oberfeuerwehrmännern ernannt wurden. Ehrenbürgermeister Günther Biwer (CDU) wurde von Ingrid Schenk als Ehrenmitglied der Feuerwehr aufgenommen. Sie überreichte ihm dazu eine Bronzemedaille mit dem Schutzpatron der Feuerwehrleute, dem Heiligen Florian. „Ohne Sie gäbe es vieles nicht“, sagte Schenk. Biwer sei immer „ein Bürgermeister zum Anfassen“ gewesen, der „stets ein offenes Ohr für die Feuerwehren“ hatte. Frank bestätigte: „Ohne Biwer und den damaligen Stadtbrandinspektor Gerhard Stengel gäbe es die Halle nicht, in der wir heute feiern. Denn das dezentrale Brandschutzkonzept mit einer Feuerwehr für jeden Stadtteil ist ihr gemeinsames Werk.“ Ihm habe die Heilsberger Wehr ihre Eigenständigkeit zu verdanken.

Höhepunkt war die Befreiung eines eingeklemmten Autofahrers mit Kind auf dem Rücksitz mittels Rettungsschere und Spreizer. Unter der Leitung der Zugführer Georg Schmidt und Frank Dörbecker führten Feuerwehrleute die Rettungsaktion vor. (bep)